Siena - Saturnia

Tag 9: Siena - Sasso Pisano

Bereits in der Nacht hörte ich ein paarmal den Regen - und es sollte nicht das einzige Mal an diesem Tag sein...

Bereits um 5:45 weckte uns der Wecker, denn unser Plan war wieder einmal, eine Stadt bereits in den frühen Morgenstunden zu besuchen, um den Besuchermassen zu entgehen. Auf der anderen Seite wollten wir, etwas sensibilisiert durch Pisa, unser Wohnmobil während des Besuchs der Altstadt noch am Campingplatz wissen, aber keinen weiteren Tag bleiben. Daher sollten wir um spätestens 11:00 auschecken.

"Leider" ging sich unser Plan leicht aus, denn das Wetter entwickelte sich nicht zu Gunsten eines gemütlichen Spaziergangs durch Siena. Noch bevor wir die Stadtmauern erreichten, begann es wieder zu regnen. Am Piazza del Campo waren wir zwar die einzigen Touristen, aber mit dem Regenschirm in der Hand macht Sightseeing halt auch nur halb so viel Spaß.

Der Platz wirkte trotz des miesen Wetters sehr beeindruckend auf uns. Alleine die Weite des Platztes mit den 9 Elementen im Boden, die die Herrschaft der Neun repräsentieren, und dem Palazzo Comunale mit dem 102 Meter hohen Torre del Mangia ließen keinen Zweifel, warum Siena ein UNESCO Weltkulturerbe ist.

Vom Piazza del Campo gingen wir weiter zum Dom von Siena, der uns nicht minder beeindruckte. Ganz alleine standen wir vor ihm und bewunderten die Größe und Einzigartigkeit dieses Bauwerks mit dem dunkelgrünen und weißen Marmor an den Außenwänden. Von innen konnten wir ihn aufgrund der frühen Stunde (die Pforten öffneten für Besucher erst um 10:30) leider noch nicht.

Da der Regen immer stärker wurde, entschieden wir uns für den Rückweg. Wir genossen nochmals die Eindrücke in den engen Gassen, stellten uns vor, wie das Leben im Mittelalter hier gewesen sein musste, und verließen durch das Porta Ovile wieder die Altstadt von Siena.

Bei schönem Wetter hätten die Bauwerke sicher noch besser gewirkt, aber auch so waren wir sehr angetan von ihnen. Und da wir bisher viel Glück mit dem Wetter hatten, gingen wir trotz des Regens zufrieden wieder zurück zum Campingplatz.

Nach dem Auschecken am Campingplatz "nutzten" wir das schlechte Wetter und deckten uns im Supermarkt mit Getränken und Lebensmittel für die nächsten Tage ein.

Eine kleine Anekdote zum schlechten Wetter noch: auch unser Hund Sammy war vom vielen Regen nicht sehr angetan, denn er hatte ja nicht einmal die Annehmlichkeiten eines Regenschirms. Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt hatten, wollten wir noch kurz mit ihm eine Runde am Parkplatz drehen, doch er war nicht mehr aus dem Wohnmobil zu bekommen. Demonstrativ bewegte er sich keinen Milimeter mehr von seinem Platz.

Am Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Süden. Wir statteten der Klosterruine Abbazia San Galgano einen kurzen Besuch ab, wo wir ein kurzes regenfreies Fenster für einen Spaziergang nutzten.

Unser letztes Ziel an diesem Tag war Sasso Pisano in den Colline Metallifere - dem toskanischen Erzgebirge. Nachdem der Campingplatz von Siena bereits sehr gut gefüllt war, erwarteten wir auch am Stellplatz in Sasso Pisano einige Wohnmobile und hofften, einen der 8 Plätze zu ergattern. Aber wir hatten Glück - wir waren die ersten überhaupt!

Nach einer kurzen Runde mit Sammy machten wir es uns im Wohnmobil gemütlich, denn es begann erneut zu regnen und dieser Regen sollte lange andauern...

Wetter: Regen, 18°C
Zurückgelegte Kilometer: 105km
Übernachtung: Kostenloser Stellplatz neben dem Sportplatz in Sasso Pisano (43.167012, 10.866583). Strom funktionierte im Mai 2019 nicht, aber es gab Möglichkeiten zur Entsorgung. Die Gegend war sehr ruhig und der Stellplatz ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Im Ort gab es eine Touristeninformation, in der sich auch eine öffentliche Toilette, die auch am Wochenende zugänglich war, befand.

Tag 10: Sasso Pisano

Die Wettervorhersage sagte an diesem Sonntag ein regenfreies Fenster zwischen 10:00 und 12:00 voraus, somit machten wir es uns am Vormittag im Wohnmobil bei heißem Kaffee und interessanter Lektüre gemütlich. Um 10:30 veränderte sich der Regen in Starkregen, von einer Entspannung war keine Rede.

Um 11:00 lies der Regen doch etwas nach und wir nutzten dieses Fenster, um eine Runde durch den Ort Sasso Pisano zu spazieren. Abgelegen in den Bergen liegt dieser Ort, aber er ist wegen der Heißwasserquellen, die in der Umgebung für aufsteigenden Rauch sorgen, relativ bekannt. Das Zentrum befindet sich auf einem Berg und bestand aus typischen Steinhäusern, zwei Restaurants, einer Bar, einer Apotheke und natürlich einer Kirche. Bei leichten Nieselregen schlenderten wir durch die Gassen dieses pittoresken Örtchens und freuten uns, dass es mal nicht so stark regnete.

Ach ja, eigentlich kamen wir nach Sasso Pisano, um eine Wanderung zu den geothermischen Feldern zu unternehmen. Und nachdem es während des Mittagessens trocken blieb, hofften wir auch weiter auf einige regenfreie Stunden und machten uns auf den Weg.

Was wir dann die nächsten 2 Stunden erlebten, hätten wir uns nie erträumt: Rauch aus der Erde, blubbernde Pfützen mit kochend heißem (ich habe es selbst gespürt) Wasser und Dampfwolken, die mit den Regenwolken eins wurden. Zeitweise hingen noch Regenwolken über den Bergen, teils blinzelte sogar schon die Sonne hinter den Wolken hervor. Mit dieser Kulisse um uns, gingen wir entlang des Wanderwegs und kamen nach rund 2 Stunden wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Wandern in Sasso Pisano

Sasso Pisano ist bekannt für seine Wanderwege zu den geothermischen Feldern. Trotzdem fand ich nicht so leicht gute Informationen über mögliche Wanderrouten oder Erfahrungsberichte.

Grundsätzlich fängt der Weg im Zentrum an, wo man auch einige Beschreibungen und Wegweiser findet. Nach einer Zeit erreicht man gut ausgeschilderte Geothermalfelder, wo die Umgebung, Entstehung usw. beschrieben wird. Etwas komplizierter wird die weitere Wanderung. Es werden die Wege teilweise eng und zugewachsen und ich empfehle, eine Karte oder ein GPS dabeizuhaben.

Wir hielten uns an den Weg von outdooractive.com, den wir in etwas mehr als 2 Stunden bewältigten. Andere Quellen zeigen etwas längere Routen, die auch in die Nachbardörfer führen. Aufgrund der unsicheren Witterung entschieden wir uns jedoch für die kürzeste.

Die Route war nicht anspruchsvoll, aber aufgrund des schroffen Untergrunds empfehle ich festes Schuhwerk und je nach Witterung auch eine langärmelige Kleidung.

Der Weg kann mit Hunden problemlos bewältigt werden.

Welch Glück wir mit dem Wetter hatten, wurde uns dann wieder um 19:00 bewusst, als der nächste Regenschauer über uns nieder ging. Zu diesem Zeitpunkt saßen wir jedoch schon wieder gemütlich bei Chips und Bier im Wohnmobil, wo auch die Zeilen für diesen Tag entstanden.

Wetter: Vormittags starker Regen; nachmittags bewölkt, aber regenfrei, 13-18°C
Zurückgelegte Kilometer: 0km mit dem Wohnmobil
Übernachtung: Kostenloser Stellplatz neben dem Sportplatz in Sasso Pisano (43.167012, 10.866583).

Tag 11: Sasso Pisano - Saturnia

Als ich am Morgen die Rollos nach oben schob, traute ich kaum meinen Augen - die Sonne strahlte und der Himmel war blitzblau. Sasso Pisano erschien in einem für uns ganz neuen Licht!

Nichtsdestotrotz brachen wir an diesem Morgen die Zelte in Sasso Pisano ab und machten uns auf nach Saturnia.

Saturnia gilt als eine der ältesten Städte Italiens und ist seit der Antike für seine heilkräftigen Thermalquellen bekannt. Etwa 2 Kilometer südlich vom Ortszentrum liegt die Naturtherme Cascate del Mulino. Hier stürzt das Heilwasser über einen Wasserfall in ein Becken und von dort plätschert es über weitere, terassenförmig angelegte Becken, bevor es in einem kleinen Bach weiter rinnt.

Der Stellplatz in der Nähe der Therme war schnell gefunden und nach einer kurzen MIttagsrast gingen wir zu den Thermalbecken, die frei zugänglich waren. Das Wasser hatte angenehme 37°C und somit war es auch zu dieser Zeit schon entspannt möglich, im Freien zu baden.

Am Rückweg zum Stellplatz suchte ich noch nach einem Geheimtipp, den uns ein älteres Ehepaar gleich beim Einparken gab: nur 10min zu Fuß vom Stellplatz entfernt, kommt man zu dem Bach, der die Therme speist. Das Wasser ist genauso warm und zusätzlich ist man ganz alleine, da die meisten in den Thermalbecken entspannen. Und sie hatten recht, etwas versteckt gab es einige gemütliche Plätze, wo man in den Bach steigen und dort mutterseelenalleine im warme Wasser plantschen konnte.

Wetter: Abwechselnd sonnig und bewölkt bei etwas Wind; in Saturnia 20°C
Zurückgelegte Kilometer: 25km
Übernachtung: Stellplatz, der sich rund 1,5km von der Naturtherme entfernt befindet (42.6562, 11.5035). Er war kostenpflichtig, bot aber eigentlich alles, was man auch auf einem Campingplatz  erwartet (Ver- und Entsorgung, Duschen, Spüle, etc.). Freistehen erschien uns in dieser Gegend weder ratsam noch gab es nahe der Therme eine augenscheinliche Möglichkeit.

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Der Artikel wurde zuletzt am 14.10.2020 geändert.