Saturnia - Bolsenasee - San Marino

Tag 12: Saturnia - Bolsenasee

Der Vormittag verlief ähnlich wie der Nachmittag am Vortag - Aufstehen, gemütlich Kaffee trinken und dann ging es wieder ab zu den Thermalquellen. An diesem Vormittag war es sogar noch lässiger als am Vortag: Insgesamt waren gerade einmal 6 Leute anwesend. Ausser dem Rauschen des Wassers war nichts zu hören, die Morgensonne scheinte auf die Becken und der weiße Dampf vom Wasser stieg in der noch frischen Morgenluft auf. Da lasse ich jeden Thermen- und Spa-Besuch links liegen.

Nach einer Weile musste ich schweren Herzens trotzdem wieder den Rückweg antreten, denn es standen noch ein paar Punkte auf dem Programm, bevor wir um 12:00 weiterfahren wollten. Zuerst mal den Duft von faulen Eiern los werden - sprich duschen. Dann waren noch die Abwässen zu entsorgen, der Abwasch zu erledigen, und Frischwasser nachzufüllen. Die Vorbereitungen konnten dieses Mal nicht aufgeschoben werden, denn wir planten, einige Tage frei zu stehen.

Der Weg an diesem Tag war nicht sehr lang, unser nächstes Ziel hieß Bolsena-See.

Wir stellten uns direkt an das Seeufer, was in der Nebensaison möglich war (in der Hauptsaison wird eine 2,3m Höhenbegrenzung aktiviert). Die Umgeben war Mitte Mai noch ziemlich verschlafen und so kamen nur ein paar Spaziergeher mit ihren Hunden vorbei oder es drehte ein Auto eine Runde am Parkplatz, mehr "Action" gab es nicht.

Am Abend sagten sich Enten, Reiher und Haubentaucher gute Nacht und etwas später kam noch etwas Wind auf und so hörte sich das Rauschen des Wassers wie am Meer an - zusammengefasst "Entspannung und Entschleunigung pur".

Wetter: leicht bewölkt, 20°C
Zurückgelegte Kilometer: 44km
Übernachtung: Am Seeufer des Lago di Bolsena (42.646138, 11.902409). Es gibt keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit, dafür hat man in der Nebensaison das Ufer mehr oder weniger für sich alleine. In der Hauptsaison ist eine Zufahrt aufgrund einer 2,3m Höhenbeschränkung nicht möglich.

Tag 13: Bolsenasee

Das Wetter war am Morgen etwas bewölkt und nicht unbedingt postkartentauglich, daher wurde zuerst einmal gemütlich und ausgiebig gefrühstückt. Danach gingen wir mit Sammy eine Runde entlang des Sees und im wahrsten Sinnen des Wortes durchs Gemüse (ein Weg führte durch einen Gemüseacker). Nachdem bei unserer Rückkehr sogar die Sonne raus kam, wagten wir einen "Sprung" ins Wasser des Bolsenasees, aber es war noch wirklich kalt (vermutlich 17-19°C). Der große Vorteil war, dass uns danach die Luft wirklich warm vor kam.

Nach dem aktiven Vormittag gab es Mittagessen. Den Nachmittag verbrachten wir mit Lesen und Chillen genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Der Abend wurde dann noch etwas aufregender als erwartet: Es begann die Kontroll-Leuchte für die Kabinenspannung aufzuleuchten. Anscheinend benötigte der Kühlschrank, das Handy und Licht doch mehr Strom als erwartet. Sollten wir riskieren, dass über die Nacht die Spannung komplett zusammenbrach? Nein! Daher fuhren wir noch nach Bolsena um die Batterie wieder aufzuladen. Dabei hatten noch 2x Glück - 1. weil die Burg in Bolsena am Abend wirklich schön beleuchtet war und 2. weil eine Ente vor uns über die Straße ging und ich eine Kollision durch eine Notbremsung nur knapp verhindern konnte (und Gottseidank der Autofahrer hinter mir auch) - Somit Ente gut, alles gut.

Wetter: Vormittags leicht bewölkt bis heiter; nachmittags kurze Regenschauer und bewölkt, 20°C
Zurückgelegte Kilometer: 26km
Übernachtung: Kostenlos am Ufer des Lago di Bolsena

Tag 14: Bolsenasee - San Marino

Der Morgen am Bolsenasee war schon wie die vorherigen ruhig und entspannt. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es nochmals in den See um so richtig wach zu werden. Anschließend packten wir unsere sieben Sachen und fuhren Richtung San Marino. Ab Bolsena ging es steil bergauf, was zwar unser Vorankommen etwas einbremste, uns dafür aber nochmals einen grandiosen Blick auf den Lago di Bolsena bescherte.

Es ging eine Zeit lang durch Umbrien, dann zurück in die Toskana und als letzte Provinz für diesen Tag in die Emila-Romagna. Im Großen und Ganzen ein durchschnittlicher Fahrtag über (überraschenderweise) kostenfreie Autobahnen, aber auch über sehr schmale, schlechte Landstraßen und durch kleine Dörfer.

Um 15:00 erreichten wir den Stellplatz P13 in San Marino. Die Frage, ob wir San Marino an diesem Tag noch besichtigen, stellte sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, da innerhalb weniger Minuten dicke Wolken aufzogen und es dann auch noch zu regnen begann. Also ruhten wir uns nach der etwas anstrengenden Fahrt vom Bolsenasee nach San Marino erst mal aus und recherchierten die Sehenswürdigkeiten von San Marino im Internet.

So schnell die Regenschauer auch gekommen sind, so schnell waren sie auch wieder weg und so entschieden wir uns gegen 17:00, bei Sonnenschein, klarer Luft und blauem Himmel, doch noch die Stadt San Marino zu besuchen.

Da wie immer unser Hund Sammy dabei war, ließen wir die Seilbahn links liegen und nahmen die Stiege Costa dell’Arnella, die uns zum Porta della Rupe führte. Von dort an befanden wir uns auch schon mitten in der Altstadt. Wir schlenderte entlang der Stadtmauer, genossen die Fernsicht auf der einen Seite und die historischen Gebäude und engen Gassen auf der anderen Seite.

Auffallend waren die zahlreichen Waffengeschäfte. Die Hintergründe dazu und detaillierte Beschreibungen zu den Sehenswürdigkeiten findest du auf dem Blog von Travel Pins.

Am Rückweg besuchten wir noch kurz eine etwas außergewöhnliche Gallerie - die Galleria Borgo (uscita monte). In einem Tunnel, der ursprünglich für eine elektrische Eisenbahn gebaut wurde, befanden sich Kunstwerke. Über Geschmack lässt sich angeblich ja streiten, aber die Inszenierung war auf jeden Fall den kurzen Abstecher wert.

Am Abend zeigte sich die Emilia-Romagna bei einem traumhaften Sonnenuntergang noch von seiner schönsten Seite.

Wetter: Abwechselnd sonnig und regnerisch bei 15-22°C
Zurückgelegte Kilometer: 264km
Übernachtung: Kostenloser Stellplatz P13 (43.940701, 12.4406) in Borgo Maggiore. Ich habe noch selten einen offiziellen Stellplatz mit solch einer traumhaften Aussicht erlebt. Der Stellplatz ist ca. 10 Gehminuten vom Zentrum von Borgo Maggiore entfernt und in rund 30-40 Minuten ist man zu Fuß in der Altstadt von San Marino. Es gibt Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung und eine Toilette, welche aber nicht zum Verweilen einlädt.

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Der Artikel wurde zuletzt am 21.07.2020 geändert.