San Marino - Po-Delta - Dobl

Tag 15: San Marino - Po-Delta

Nicht nur der Sonnenuntergang hatte es an diesem Platz in sich, auch der Sonnenaufgang war nicht von schlechten Eltern. Wir lagen zwar mit dem Fenster Richtung Westen, aber so erschien für uns der Himmel über der Emilia Romagna in den unterschiedlichsten Lila-Tönen.

Nach dem Frühstück brachten wir unser Mobil wieder auf Vordermann, denn die nächsten Tage war wieder Übernachten abseits jeglicher Zivilisation angesagt.

Zuvor machten wir aber noch einen Abstecher nach Comacchio - dem (ersten) "kleinen Venedig" auf unserem Roadtrip.

Comacchio entstand ursprünglich auf dreizehn separaten Lagunen-Inseln und war auch noch Anfang des 19. Jahrhunderts eine reine Lagunenstadt wie Venedig. Erreicht werden konnte die Stadt auf dem Landweg nur über Brücken und auf dem Wasserweg über Kanäle und die Lagunen. Nach einer Trockenlegungskampagne im 19. und 20. Jahrhundert schrumpften die Lagunen zu der Größe, wie sie auch heute noch bestehen.

Wir parkten auf einem Parkplatz (44.690601, 12.1844) nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. Es parkten schon ein paar Wohnmobile dort und auch sonst schien uns die Gegend vertrauenswürdig. Allgemein schien Comacchio die Größe einer mittleren österreichischen Bezirksstadt zu haben, wodurch wir keine Bedenken bezüglich einem Einbruch oder Diebstahl hatten.

Das Zentrum mit der Hauptsehenswürdigkeit bildet eine Brücke mit zwei Türmen, die über den Zusammenfluss mehrerer Kanäle führt. Von dort gingen wir in die Via Ludovico Muratori. An dieser kleinen Straße befanden sich zahlreiche Restaurants, Cafes und Eissalons, in die man nur über kleine Brücken kam, da sie durch einen kleinen Kanal von der Straße getrennt waren.

Nach einem typisch italienischen Mittagessen kehrten wir wieder zum Wohnmobil zurück und setzten unsere Reise fort.

Zusammenfassend ist Comacchio ein nettes Städchen, wo es sich wahrscheinlich lohnt, auch eine Nacht zu verbringen. Extra einen Umweg würde ich nicht machen, den würde ich eher für Chioggia empfehlen. Zu dieser Stadt gibt es weiter unten noch mehr Informationen und Fotos.

Unser letztes Ziel an diesem Tag war der Nationalpark Po-Delta. Wir hatten wieder Glück und fanden direkt am Wasser einen offiziellen Stellplatz. Ausser uns gab es nur zwei andere Wohnmobile, die an diesem Platz eine Übernachtung planten und so genossen wir das Abendessen und des Ausgklang des Tages inmitten der Natur (fast) alleine vor einem traumhaften Sonnenuntergang.

Wetter: sonnig, 23°C
Zurückgelegte Kilometer: 178km
Übernachtung: Kostenloser Stellplatz im Nationalpark Po-Delta. Ausser einigen Mistkübeln gab es keine Infrastruktur.

Tag 16: Nationalpark Po-Delta

Dieser Tag stand wieder ganz im Zeichen der Entspannung. Der Nationalpark Po-Delta ist eigentlich berühmt für die Vielzahl an Vögel (und im Sommer wahrscheinlich auch für die Vielzahl an Gelsen). Aufgrund der Ebene bietet sich dieses Gebiet auch ideal für ausgedehnte Radtouren an. Leider hatte unser Wohnmobil dieses Mal keinen Radträger. Daher erfreuten wir uns der angenehmen Temperaturen bei einem Spaziergang.

Am Nachmittag nutzten wir die frühsommerlichen Temperaturen für ein Sonnenbad und ich hatte die Gelegenheit, das Buch Das Günter Prinzip: So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund von Stefan Frädrich fertig zu lesen. Und, man glaubt es kaum, trotz dem dass wir uns mitten in der Natur befanden, gab es guten Mobilfunkempfang. So vergingen die Stunden wie im Flug und ein abermals malerischer Sonnenuntergang beendete den Tag.

Wetter: sonnig, 23°C
Zurückgelegte Kilometer: 0km
Übernachtung: Kostenloser Stellplatz im Nationalpark Po-Delta. Ausser einigen Mistkübeln gab es keine Infrastruktur.

Tag 17: Po-Delta - Povici

Am vorletzten Tag unserer Reise besuchten wir das zweite "Klein-Venedig" - Chioggia. Die Stadt liegt im Süden der Lagune von Venedig und ist nur durch ein paar Brücken mit dem Festland verbunden.

Wir parkten auf einem offiziellen Parkplatz etwa 1,5km ausserhalb des Stadtzentrums (42.207963, 12.276967) und spazierten in die Altstadt hinein. Schon von der Hauptbrücke aus hatten wir einen netten Ausblick auf die Stadt und nach der Brücke tauchten wir in das typische Italien ein.

Wir schlenderten entlang des Canale Vena, der sich mitten durch die Stadt schlängelte. Über ihn führen immer wieder kleine Brücken und links und rechts davon befinden sich zahlreiche Restaurants, Bars und Cafes in den bunten Häusern. Am Ende des Kanals befindet sich die Ponto di Vigo. Diese Brücke ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Chioggia und von ihr hatten wir einen schönen Blick über die Lagune.

Den Rückweg traten wir über die Corso del Popolo an. Es ist die Hauptstraße von Chioggia und entlang ihrer säumten sich wieder zahlreiche Lokaliäten und historische Gebäude. Wochentags finden auf dieser Straße an manchen Tagen Märkte statt und Abends wird sie für den Verkehr gesperrt. So entsteht jeden Tag eine Fußgängerzone, durch die sich vorzüglich flanieren lässt und wo das Dolce Vita so richtig genossen werden kann.

Chioggia war ein würdiger Abschluss unseres Roadtrips, den wir mit einem typisch italienischen Mittagessen vor einem kleinen Restaurant am Canale Vena noch genossen.

Am Nachmittag traten wir dann unsere Heimreise an. Da wir das Wohnmobil erst am nächsten Tag zurückgeben mussten, entschieden wir uns wieder für eine zweigeteilte Fahrt. An jenem Nachmittag wollten wir noch bis zur österreichischen Grenze fahren. Aufgrund wenigen (uns bekannten) Möglichkeiten zum Freistehen in Kärnten, entschieden wir uns schon bei Gemona von der Autobahn abzufahren und bis Povici zu fahren. Dort fanden wir mittels der park4night App einen idyllischen Platz zum Übernachten. Als wären die Berge rundherum nicht schon malerisch genug gewesen, wurde die Szenerie mit tiefliegenden Wolken eines vorangegangen Regenschauers noch dramatischer.

Da es nach unserer Ankunft bald wieder zu Regnen begann, machten wir uns es im Wohnmobil gemütlich und genossen nochmals das ungebundene Leben auf 4 Rädern.

Wetter: Bis in den Nachmittag hinein sonnig bei 25°C, am Abend regnerisch bei 17°C
Zurückgelegte Kilometer: 257km
Übernachtung: Auf einem Picknick-Platz in Povici (46.387295, 13.220275). Der Platz lag am Ufer des Torrente Rèsia, der relativ laut rauschte - die einen mögen es, andere können dabei vielleicht nicht schlafen. Die Straße zum Platz war relativ schmal und von Bäumen gesäumt, aber mit einem Kastenwagen ging es ohne Probleme, und ich denke mit einem Wohnmobil bis ca. 2,2m Breite sollte es auch möglich sein.

Tag 18: Povici - Dobl

Der 18. Tag unserer Reise fing so an, wie der vorherige aufhörte - mit Regen. Uns hielt daher nicht viel in Povici und wir machten uns rasch auf den Weg.

Auf einer italienischen Autobahnraststätte versorgten wir uns noch mit Espresso und einem kleinen Frühstück. Ehrlich gesagt, schmeckte der Kaffee auf italienischen Raststätten besser als in so manchen österreichischen Cafes.

Nach rund 3 Stunden fuhren wir wieder in Dobl-Dorf ein. Wir räumten rasch das Wohnmobil aus, reinigten es noch etwas und pünktlich zum vereinbarten Rückgabetermin standen wir bei der Firma Kledo in Graz wieder auf dem Parkplatz. Die Übergabe verlief wie schon wie vor 2 Jahre problemlos.

Damit ging wieder ein Urlaub so wie wir ihn uns vorstellten zu Ende. Zahlreiche schöne Momente und Erlebnisse werden uns noch lange in Erinnerung bleiben und die Gewissheit, dass wir noch viele weitere solche Reisen machen möchten, stieg. Nicht lange nach diesem Roadtrip sollte es auch schon wieder mit einem Wohnmobil auf die Reise gehen, mehr dazu gibt es demnächst...

Wetter: Regen, 17°C
Zurückgelegte Kilometer: 246km

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Der Artikel wurde zuletzt am 03.05.2020 geändert.