Cinque Terre

Tag 4: Levanto - Corniglia - Vernazza - Levanto

Wir machten uns bereits um 6:45 auf den Weg zum Bahnhof in Levanto. Unser Ziel war Corniglia, von wo wir nach Vernazza wandern wollten.

Verkehr zwischen den Dörfern von Cinque Terre

1874 wurde entlang der Küste die Eisenbahnstrecke von Genua nach La Spezia gebaut, und jeder der fünf Orte bekam einen eigenen Bahnhof. Außerhalb der Bahnhöfe verläuft die Strecke fast gänzlich in Tunneln. Der Bahnanschluss ist heute noch die wichtigste Verbindung untereinander und zum Umland, denn einzig Riomaggiore und Manarola sind über die gut ausgebaute Staatsstraße 370, die Litoranea della Cinque Terre, zu erreichen. Ursprünglich hätte diese Straße die bis zu ihrem Bau isoliert liegende Region mit der Stadt La Spezia und dem touristischen Zentrum Sestri Levante verbinden sollen. Nach Protesten von Einheimischen wurde der Bau jedoch schließlich eingestellt. So bleiben die anderen Dörfer nur über sehr zeitraubende, kurvenreiche und steile Straßen oder eben mit der Bahn erreichbar, teils mit drei Verbindungen je Stunde. (Quelle: Wikipedia)

In Corniglia machte man uns gleich zu Beginn in der Touristeninformation klar, dass die Wanderwege am Meer gesperrt sind. Also nahmen wir den Weg 587, der in die Berge führte. Von Anfang an ging es steil bergauf und mehr als 1h lange änderte sich daran auch nichts. Als wir das erste Mal die normale Straße kreuzten, entschieden wir uns, entlang dieser zu gehen, da der Wanderweg noch weiter rauf gegangen wäre. Entlang der Landstraße marschierten wir dann nach San Bernadino. Es war sicher nicht der schönste Weg an sich, aber die Aussicht auf Corniglia und Manarola machten dies mehr als wett.

Auf der Straße ging es bequem und rasch voran und so kamen wir um ca. 11:00 in San Bernadino an, wo wir eine Rast einlegen wollten. Aber ausser eine Kirche und einigen Häuser gab es dort nichts und so marschierte wir weiter. Leider hörte der Wanderweg hinter dem Ort mehr oder weniger auf. Wir gingen zwar noch einige Zeit über Trampelpfade Richtung Vernazza, aber irgendwann endete der Weg komplett und wir waren gezwungen, Querfeldein auf die Straße zu kommen. Schlussendlich mussten wir wieder zurück nach San Bernadino gehen und von dort die Straße entlang nach Vernazza. Sicher nicht die optimalste Strecke, aber für weitere Expeditionen durch die Berge von Cinque Terre war uns zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr zu Mute.

Von den Bergen kommend war Vernazza ganz unscheinbar - eine Bank, ein kleines Bistro und ein paar Wanderer. Doch dann durchquerten wir die Unterführung des Bahnhofs und vorbei war es mit der Abgeschiedenheit in den Bergen und der Ruhe. Unmengen an Leuten strömten durch die enge Gasse, die vom Bahnhof zum Meer führte. Wir reihten uns in den Strom ein und gingen auch zum Hafen, wo wir unser erstes der 5 Cinque Terre Dörfer in seiner ganzen Pracht bestaunten. Bestaunten... naja, nach den Anstrengungen am Vormittag und dem sehenwerten Ausblick auf Corniglia rief der Anblick von Vernazza mit den Menschenmassen nicht mehr als ein leises mhm, eh ganz schön hervor.

Nach ein paar Fotos machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Bahnhof und mit dem Zug zurück nach Levanto. Am Abend, noch immer überrascht über die Vielzahl an Leuten, schmiedeten wir uns einen neuen Plan für den nächsten Tag, an dem wir uns noch Riomaggiore und Manarola anschauen wollten.

Wetter: Bewölkt und etwas windig bei 19°C. Es gab zwar nicht optimales Foto-Wetter, aber zum Wandern war es ideal.
Zurückgelegte Kilometer: 0km
Übernachtung: Camping Acqua Dolce

Tag 5: Levanto - Riomaggiore - Manarola - Levanto

Bereits um 7 Uhr morgens starteten wir an diesem Tag in Levanto am Bahnhof Richtung Riomaggiore, wo uns blauer Himmel und Sonne erwartete. Fast alleine gingen wir vom Bahnhof hinunter an den Hafen, wo uns ein traumhafter Anblick des Dorfes erwartete - so stellten wir uns Cinque Terre vor (und wird es einem auch vorgestellt).

Unser 2. Ziel an diesem Tag war Manarola, das wiederum genauso schön war. Von einem erhöhten Punkt an der Klippe sahen wir hinunter auf den Hafen, hinter dem gerade die Sonne aufging.

Nach einigen Fotos und noch bevor der Rummel wieder richtig los ging, fuhren wir schon wieder zurück zum Campingplatz in Levanto, wo wir den Tag gemütlich mit Faulenzen, Kochen und Essen verbrachten.

Am Abend konnte ich aber die Füße doch nicht ganz still halten, und so fuhr ich nochmals nach Manarola. Um 20:00 war vermutlich nicht zuletzt aufgrund eines Gewitters, das kurz zuvor nieder ging, Manarola schon fast wie ausgestorben. Einige Leute saßen noch in den Restaurants oder machen neben mir noch Fotos. Aber das ganze erinnerte eher an ein kleines Fischerdorf als an ein Weltkulturerbe, das täglich von tausenden Touristen besucht wird. Auf jeden Fall ergaben sich noch einige imposante Fotos und nach Einbruch der Dunkelheit kehrte ich müde aber zufrieden mit vielen Eindrücken von diesem einzigartigen Gebiet zurück zum Campingplatz.

Wetter: Am Vormittag sonnig, am Nachmittag bewölkt, 19°C
Zurückgelegte Kilometer: 0km (mit dem Wohnmobil)
Übernachtung: Camping Acqua Dolce

Tipps für Cinque Terre

  • Früh aufstehen lohnt sich! Um 10:00 vormittags merkten wir schon, wie die uns entgegenkommenden Menschentrauben immer größer wurden. Da die Gassen und Stege zu den Fotospots relativ eng sind, ist nach 10:00 mit Gedränge, längeren Wartezeiten und oft auch vielen anderen Touristen auf den Fotos zu rechnen.
  • Mit dem Zug bzw. zu Fuß kommt man am besten voran. Wir sahen vor Vernazza auch einen Parkplatz, von dem man rund 1km zu Fuß in das Dorf gehen konnte. Aber aufgrund der Enge der Straßen und dem Verkehr ist es entspannter, wenn man das Auto in La Specia oder Levanto stehen lässt und mit dem Zug zu den Cinque Terre fährt.
  • Schwarzfahren im Zug lohnt sich nicht! Wir wurden am 2. Tag jedes Mal kontrolliert und ich möchte mir garnicht vorstellen, wie es ist, ohne Italienischkenntnisse beim Schwarzfahren erwischt zu werden.
  • Achte auf eine gute Ausrüstung bei Wanderungen in den Bergen. Auch wenn der höchste Berg "nur" 700m hoch ist, geht es vorallem von den Bahnhöfen weg gleich ziemlich zur Sache. Es kamen uns zwar auch Touristen mit Sommerschuhen entgegen, aber ich empfehle trotzdem gute Trekking- oder Wanderschuhe, Kleidung im Zwiebelschalen-System und genug zum Trinken. Leider waren die Wanderwege im Mai 2019 zwischen Riomaggiore und Manarola, Manarola und Corniglia und Corniglia und Vernazza entlang des Meeres gesperrt. Somit blieben nur die Wege über die Berge übrig, für die jedoch um einiges mehr Zeit eingeplant werden sollte.
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Der Artikel wurde zuletzt am 14.10.2020 geändert.