Helsinki in 24 Stunden

Helsinki, die Hauptstadt von Finnland, bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten und ist trotzdem schön überschaubar. Da es oft das Ziel einer Skandinavienrundreise oder einem Interrail-Trip im Norden ist, möchte ich hier die Highlights von Helsinki vorstellen. Die gesamte Tour sollte ohne große Mühe in einem Tag schaffbar sein. Vorallem im Sommer ist es ja 18 Stunden und mehr hell, und so kannst du diese Sightseeing-Tour gemütlich in einem der Gastgärten im Stadtzentrum von Helsinki ausklingen lassen.

Start der Sightseeing Tour - der Bahnhof

Die Tour beginnt (wie für viele, die mit dem Zug Finnland bereisen) am Bahnhof, der sich im Zentrum von Helsinki befindet und ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt ist. Die Fasade besteht aus finnischem Granit und besonders einprägsam sind der Uhrturm und die beiden Statuen am Eingang des Bahnhofs. Am Bahnhofsplatz befinden sich auch einige Imbisstände, die gebratenen Fisch, Pommes und so weiter anbieten. Zum Stillen des kleinen Hungers kann ich sie empfehlen, aber bedenke, dass in rund einem Kilometer der Marktplatz am Hafen und die Markthalle mit zahlreichen Schmankerln auch noch auf dich warten!

Senatsplatz

In rund 15 Minuten gelangst du vom Bahnhof über die Centralgatan und Aleksanterinkatu zu einem Highlight jedes Helsinki-Besuchs: der Senatsplatz mit dem Dom von Helsinki. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Denkmal des russischen Zaren Alexander II, der für seine finnlandfreundliche Politik geachtet war. Blickst du zum Dom hinauf, so befindet sich auf der linken Seite das Senatsgebäude, wo die finnische Regierung ihren Sitz hat. Zur rechten Seite findest du das Hauptgebäude der Universität Helsinki. Der Dom von Helsinki ist sowohl außen als auch von innen ein imposantes Gebäude, das bei all meinen Besuchen tagsüber immer geöffnet hatte. Am oberen Ende der Stiege hast du auch bereits einen schönen Ausblick auf das Meer, wo du einige Schiffe erspähen kannst.

Uspenski Kathedrale

Die nächsten sehenswerten Plätze liegen am Hafen. Dies wäre zuerst die Uspenski Kathedrale am westlichen Ende der Halbinsel Katajanokka. Sie ist die Kathedrale der finnisch-orthodoxen Kirche und war tagsüber auch jedesmal begehbar. Bei Schönwetter lässt sich die Kathedrale auch von einem nahegelegenen Schiff betrachten, das in ein Cafe umgewandelt wurde.

Hafen in Helsinki

Gehst du weiter Richtung Süden, vorbei am Riesenrad, kommst du direkt zum Marktplatz am Hafen. Dort findest du zahlreiche Stände mit Mitbringsel, von dicken Pullovern angefangen bis zu Holzschnitzereien und Ansichtskarten. Weiters bieten zahlreiche Stände diverse Fisch- und Fleischspezialitäten an. Ich persönlich fand es interessant zum Anschauen, aber irgendwie wollte nicht so richtig Appetit aufkommen. Dieser kam schon eher in der Markthalle, wo von Meeresfrüchten und Lachsbrötchen bis über Wein allerlei finnische und internationale Spezialitäten angeboten werden. Falls sich schon der kleine Hunger bei dir meldet, würde ich hier das Angebot nützen, denn der nächste Stop ist eine Insel.

Suomenlinna

Es geht mit der Fähre nach Suomenlinna. Die Fähren kosten nicht viel und fahren ein bis vier mal in der Stunde bis spät in die Nacht. Normalerweise brauchst du keine Tickets reservieren, in den Sommermonaten kann es jedoch zu kleineren Wartezeiten kommen. Suomenlinna war eine Festungsinsel, die als Schutz der Schweden gegen die Russen diente. Heute ist sie mit ihren gut erhaltenen Festungsmauern, Denkmälern und Buchten eines der beliebtesten Ausflugsziele in Helsinki. Für den Besuch der Insel plane rund 3 bis 4 Stunden inklusive dem Transfer zwischen der Insel und dem Festland ein.

Vom Hafen zur Felsenkirche

Zurück am Hafen kannst du nun durch den Esplanadi Park, vorbei an zahlreichen (teuren) Restaurants und Cafes, Richtung Innenstadt schlendern. Die nächsten Highlights sind nun 2 Kirchen. Zuerst kommst du zur Kapelle der Stille am Narinkka Platz. Trotz des geschäftigen und lauten Treibens am Narinkka Platz findest du in der Kapelle fast absolute Stille und Zeit zur Ruhe zu kommen. Gut einen Kilometer weiter nordwestlich befindet sich die Temppeliaukio Kirche - die Felsenkirche. Die sehr moderne Kirche wurde Ende der 1960er Jahre direkt in den Granitfelsen hineingebaut. Das Kupferdach besteht aus 180 Fenstern, durch die genug Licht in die Kirche kommt, ohne den Raum zu hell erscheinen zu lassen.

Sibelius Park

Einen weiteren Kilometer nordwestlich der Felsenkirche befindet sich der Sibelius Park mit der Sibelius Monument. Dies wurde zu Ehren des berümtesten finnischen Komponisten Jean Sibelius aus mehr als 600 Stahlrohren erstellt und spiegelt die Wellen der Musik Sibelius' wider. Im Sommer ist der Park ein beliebter Treffpunkt vieler Jugendlicher und die Cafes am Hafen neben dem Park bieten sich ideal für eine kleine Pause am Wasser an (Tip an Bierliebhaber: im gelben Cafe auf dem Bild unten, Name leider unbekannt, gibt es das zumindest mir bekannte günstigste Bier in Helsinki).

Da du jetzt schon relativ weit vom Stadtzentrum entfernt bist (für helsinkische Verhältnisse), würde ich dir auch noch das Olympiastadion von Helsinki empfehlen. Das Stadion selbst ist nicht wirklich aussergewöhnlich, jedoch kann mittels Aufzug auf den Olympiaturm gefahren werden. Von dort aus hat man eine traumhafte Aussicht über Helsinki. Unter anderem erscheint sogar der Dom von Helsinki hier aus klein.

Vom Sibelius Park zurück ins Zentrum

Abschließend geht es nun vom Olympiastadion vorbei am See Töölönlahti und der Oper zurück in das Stadtzentrum zum Bahnhof. Der See und auch die Wiesen vor der Oper sind bei Schönwetter ein beliebter Treffpunkt zum Feiern. Hier zeigt sich auch das etwas andere Kältegefühl der Finnen: mir in der Jacke gerade angenehm, sahen wir Standup-Paddler auf dem See. Dem nicht genug, probierte eine Paddlerin auch noch einen Kopfstand auf dem Surfbrett. Der misslang dann zwar, aber statt schnell ans Ufer zu rudern um sich abzutrocken und zu wärmen, stieg sie wieder auf das Surfbrett und machte weiter, als ob nichts gewesen wäre *brrrrrrrrkaltzitter*.

Im Zentrum kannst du in einem der zahlreichen Lokale den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen lassen. Für T-Shirt Sammler gibt es in der Aleksanterinkatu 21, 00100 Helsinki ein Hard Rock Cafe. Es ist zwar nicht typisch finnisch, aber das Preis-Leistungsverhältnis bei Speisen und Getränken ist im Vergleich zu anderen Lokalen in Helsinki in Ordnung.

Mein Fazit

Helsinki ist eine moderne Stadt mit viel Grünraum, die ich jedem, der sich im Norden aufhält, empfehlen kann. Aber sie ist halt nicht sehr groß und im Vergleich zu Oslo oder Stockholm überschaubar, was Distanzen aber auch Sehenswürdigkeiten angeht. Bei einer Skandinavienrundreise würde ich wieder ein bis zwei Tage für Helsinki einplanen. Dies ist genug Zeit, um die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Ruhe anzusehen (Museums- oder Opernbesuche sind hier natürlich ausgeklammert).

Weiterführende Literatur

DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Finnland: umfangreicher Reiseführer über Finnland mit Reisekarte
Reise Know-How CityTrip Helsinki: Reiseführer für Helsinki
Lonely Planet Finland: Englischsprachiger Reiseführer der bekannten Lonely Planet Serie

 

Hier gibts noch mehr...

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Last update on 2017-08-11.
Das bin ich - Johannes Gruber
Geschrieben von

Reisen, Fotografieren, neues entdecken... Die Brötchen in der Software-Entwicklung verdienend, bin ich in meiner Freizeit auf der Suche nach neuen Plätzen und halte gerne besondere Momente mit der Kamera fest.

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