Wintersport in der Nähe von Graz

Steiermark und Kärnten bieten eine Vielzahl an Schigebieten und Wintersportorten wie Schladming/Planai, Reiteralm, Bad Kleinkirchheim oder Nassfeld, um nur einige aufzuzählen, die alles rund um das Thema Wintersport bieten. Dabei vergessen werden jedoch gerne die kleinen Schigebiete, auf denen wir schon vor 20 Jahren oder mehr die ersten Schwünge probiert haben, oder die unzähligen einsamen Wege, die zum Verweilen in der Natur einladen.

Hier möchte ich einige kleine Schigebiete beziehungsweise Strecken vorstellen, die sich alle innerhalb einer Stunde von Graz aus mit dem Auto erreichen lassen. Die Liste stellt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und wird bei Gelegenheit auch wieder erweitert. Kennst auch du eine gemütliche Schneeschuhwanderung oder ein familienfreundliches Schigebiet in der Nähe, so freue ich mich über einen Tip im Kommentarbereich unten.

Hochlantsch (1720m)

Die Teichalm befindet sich im größten zusammenhängenden Almgebiet Europas und bietet den Startpunkt für zahlreiche Wanderungen. Ich entschied mich für die Wanderung auf den 1720 Meter hohen Hochlantsch. Es gab noch genug Schnee (4.4.2015) und so machte ich mich mit den Schneeschuhen auf den Weg.

Wir starteten links vom Teichwirt und folgten dem Weg Nummer 740. Nach einigen hundert Metern ging es in den Wald, wo auch noch genug Schnee lag. Nach ungefähr 90 Minuten war der steilste Teil des Weges geschafft und es ging entlang des Bergrückens. Nur auf den letzten paar 100 Metern war der Schnee bereits durch den Wind verweht beziehungsweise war das Gelände zu felsig für die Schneeschuhe. Nach rund 3 Stunden (im Sommer beträgt die Gehzeit laut Hinweistafeln 2 Stunden, 15 Minuten) erreichten wir den Gipfel.

Aufgrund der tief hängenden Wolken und des leichten Schneefalls war die Aussicht an diesem Tag nicht sehr berauschend. Daher machten wir uns bald wieder auf die Socken. Da ich das erste Mal auf dem Hochlantsch war, entschied ich, auf dem gleichen Weg (Nummer 740) zurück zu unserem Ausgangspunkt zu gehen. Nach ungefähr 80 Minuten waren wir wieder beim Teichwirt angelangt.

Auch wenn das Wetter wolkig war und es zeitweise etwas schneite, war es aufgrund der Schneefälle in den vorangegangenen Tagen eine traumhafte Winterwanderung. Der einzige Wehrmutstropfen war, dass es teilweise schon eine relativ tiefe Spur von Wanderern ohne Schneeschuhe gab. So musste ich teilweise mit einem Schuh im Tiefschnee und mit dem anderen auf der Spur gehen (für eine komplett neue Spur fehlte leider die Kraft Stirnrunzelnd). Bergauf dürfte es auch mit Spikes oder einem guten Schuhprofil nicht viel anstrengender sein. Aber vorallem bergab machte es mit den Schneeschuhen sehr großen Spass, im Tiefschnee sicher nach unten zu traben.

Teichalm (1200m) - Hochlantsch (1720m)

Lifte: 3 Schlepplifte
Pisten: 3 blaue Pisten, 3 rote Pisten, 1 schwarze Piste
Loipen: 3 Loipen mit insgesamt 16km

Ausgangspunkt für die Wanderung auf den Hochlantsch: Links vom Teichwirt, Wanderweg Nummer 740
Gehzeit: 2,5 bis 3 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Kondition: abhängig von der Schneelage mittel bis anstrengend
Ausrüstung: Schneeschuhe oder Spikes, Wanderstöcke, winddichte und atmungsaktive Kleidung (es kann am Gipfel windig sein)
Einkehrmöglichkeiten: am Ausgangspunkt ja, entlang des Weges gibt es keine Einkehrmöglichkeit

Zumindest bis zum letzten Stück, das sehr felsig ist, auch für Hunde geeignet.

Weitere Informationen und Webcam: www.teichalmlifte.at

Klippitztörl (1480-1818m)

Das Klippitztörl im Kärntner Lavantal bietet neben den 6 Schiliften und 13 Abfahrten zum Schifahren und Snowboarden auch 5 ausgeschilderte Schneeschuhwanderungen. Startpunkt für alle Touren ist der Parkplatz am Hocheggerlift.

Ich war bisher erst einmal in diesem Schigebiet und da wir erst nach dem Mittagessen wegfuhren, stand damals das Kennenlernen der Umgebung und eine kurze Wanderung auf dem Programm. Trotz wenig Neuschnee in den vorhergehenden Wochen und starkem Wind bot sich eine schöne Winterlandschaft. Und im Gegensatz zum gut gefüllten Parkplatz begegneten wir auf dem Rundweg für Schneeschuhwanderungen nur zwei weiteren Wanderern.

Klippitztörl (1480-1818m)

Lifte: 2 Sessellifte, 4 Schlepplifte
Pisten: 5 blaue Pisten, 4 rote Pisten
Schischule und Schiverleih vorhanden

Ausgangspunkt für Schneeschuhwanderungen: Parkplatz Hocheggerlift (46.94371318, 14.69172956)
Gehzeit: 1,5 bis 7 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Kondition: mittel
Ausrüstung: Schneeschuhe, Wanderstöcke, winddichte und atmungsaktive Kleidung (es kann sehr windig sein)
Einkehrmöglichkeiten: es gibt bei jeder Route zumindest eine Möglichkeit zur Einkehr (Hohenwart Hütte, Kuhgraben Hütte, Grün Hütte und so weiter)

Weitere Informationen: www.klippitz.at

Geierkogelrunde (Klippitztörl)

Etwas abseits des Schigebietes Klippitztörl befindet sich die Geierkogelrunde. Startpunkt ist der Parkplatz oberhalb des Naturfreundehauses (46.93662004, 14.67424102; rund 2 Kilometer nach den Schiliften). Zuerst ist dem Wanderweg 308/08 bis zu der Gabelung mit dem Hinweisschild Geierkogel-Geierkogelrunde zu folgen. Dort biegt man links ab und folgt weiter den Schildern zum Geierkogel beziehungsweise den Schildern für die Schneeschuhwanderung. Trotz einiger Vorgänger konnte ich vor dem Gipfel keinen eindeutigen Weg finden, jedoch ist das Gipfelkreuz schon von weitem sichtbar.

Am Gipfel bietet sich ein traumhaftes Panorama, eine Pause zum Genießen der Berge rundherum sollte auf jeden Fall eingeplant werden.

Nun geht es entlang des Lavanttaler Höhenweges ein Stück bergab zu den Lizer Talen, bevor der finale Anstieg zur Steinernen Hochzeit auf der Forstalpe kommt. Die Steinerne Hochzeit ist eine Felsformation, um die sich eine alte Sage rankt.

Der Sage nach feierte einst ein Bursche aus dem Löllinger Graben Hochzeit mit einem Mädchen aus dem Lavanttal. Die Feier dauerte lange und die Hochzeitgesellschaft sollte im Lavanttal übernachten, da es schon spät im Jahr war. Der Bräutigam wollte jedoch unbedingt heim. Auf der Saualpe brach ein furchtbares Gewitter aus und Menschen und Rösser kamen ums Leben. Die Wagen und die Hochzeitskutsche kann man aber noch immer in Stein erstarrt sehen.

Es ist sowohl der Weg als Weitwanderweg als auch als Schneeschuhwanderweg gekennzeichnet. Bei großen Schneemengen können die Markierungen jedoch nicht sichtbar sein. Daher empfielt es sich, einfach entlang des Zaunes auf der linken Seite zu gehen. Dies ist ein sicherer Weg zur Steinernen Hochzeit. Das Ziel erkennt man auch durch die Markierung der Kontrollstelle des Österreichischen Alpenvereins.

In einigen Wegbeschreibungen wird der Rückweg über den Reitsteig angegeben, wobei jedoch dieser nirgends gekennzeichnet ist. Ist man sich nicht sicher, so sollte man den Weg, den man raufgekommen ist auch für den Rückweg bis zu den Lizer Talen nehmen. Dort befindet sich ein Wegweiser, der den Wanderweg 308/08 anzeigt. Dort sollte links abgebogen und entlang der Markierungen gegangen werden, bis man schlussendlich wieder zu der Wegkreuzung, an der zuvor links Richtung Geierkogel gegangen wurde, gelangt. Nach rund einer halben Stunde wird dann der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht.

Ist der Rückweg ab den Lizer Talen nicht bekannt, so kann es ohne Spur und hohem Schnee schwierig sein, den richtigen Weg zu finden, da er relativ schmal durch den Wald führt. Er ist zwar markiert, jedoch sind die einzelnen Markierungen nicht immer in Sichtweite. In diesem Fall empfehle ich den Rückweg über den Geierkogel oder die Forststraße, die sich nur einige Meter unter dem Wanderweg 308/08 befindet.

Geierkogelrunde

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Naturfreundehaus (46.93662004, 14.67424102)
Tourlänge: 9,3km/496 Höhenmeter
Gehzeit: rund 4 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Kondition: mittel
Ausrüstung: Schneeschuhe, Wanderstöcke, winddichte und atmungsaktive Kleidung (es kann sehr windig sein)
Einkehrmöglichkeiten: keine

Auch für Hunde geeignet.

Hebalm

Die Hebalm ist das am einfachsten von Graz aus zu erreichende Schigebiet im Süden der Steiermark. In 50 Minuten gelangt man mit dem Auto zu den Pisten an der Grenze zu Kärnten. Da die Lifte aufgrund der Flutlichtanlage bis 21:00 in Betrieb sind und stundenweise Liftkarten gekauft werden können, gehen sich einige Schwünge im Schnee auch wochentags nach der Arbeit noch aus. Leider wurde der Liftbetrieb nach der Saison 2014/15 eingestellt. Die Liftstützen sind abgebaut und somit gibt es keine Möglichkeit mehr zum Schilaufen auf der Hebalm.

Am Hebalm See starten und enden die beiden Langlaufloipen. Die Hebalm Runde ist 8,8 Kilometer lang und es werden 230 Höhenmeter bewältigt. Die Walddom Runde beträgt 1 Kilometer und 25 Höhenmeter. Am Hebalm See befinden sich auch die Loipenkasse, Toiletten, beheizte Umkleideräume und das Seestüberl, in dem sich nach dem Sport gemütlich zusammensitzen lässt.

Auch für Wanderer bietet die Hebalm mit dem über 11 Kilometer langen Winterwanderweg ein lohnenswertes Ziel. Er startet direkt am Hebalm Parkplatz, links von den Kinderliften. Detaillierte Informationen inklusive Höhenprofil findest du auf der Website. Wir sind bisher 2 Mal einen Teil des Weges gegangen. Nach der Gregor Peter Hütte, die nach ungeführ 5 Minuten Gehzeit erscheint, sind wir immer geradeaus gegangen, obwohl der Pfeil in den Wald links hinein gezeigt hat. Nach ungefähr 60 Minuten sind wir jedoch jedes Mal wieder umgekehrt und zurück gegangen, daher kann ich nicht genau sagen, wie lange die Wegzeit insgesamt beträgt. Der Weg war beim ersten Mal geräumt und auch mit Kinderwagen befahrbar, beim 2. Mal waren nur einige Spuren erkennbar und ideal für eine Schneeschuhwanderung. Daher empfiehlt es sich, wie auf der Website beschrieben, vor der Wanderung Informationen über die Wegbeschaffenheit einzuholen.

Hebalm

Ausgangspunkt Winterwanderweg: Hebalm Parkplatz links neben den Kinderliften (46.9294448, 15.00638729)
Schwierigkeit: leicht
Kondition: leicht
Ausrüstung: eventuell Schneeschuhe, atmungsaktive Kleidung

Ausgangspunkt Loipe: Hebalm See, welcher ungefähr 1km nach den ersten Hütten bzw. den Kinderliften kommt (46.92345122, 15.01653676)
Länge: eine Runde mit 8,8km/230 Höhenmeter, eine Runde 1km/25 Höhenmeter
Umkleidemöglichkeit vorhanden

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Der Artikel wurde zuletzt am 11.08.2017 geändert.
Das bin ich - Johannes Gruber
Geschrieben von

Reisen, Fotografieren, neues entdecken... Die Brötchen in der Software-Entwicklung verdienend, bin ich in meiner Freizeit auf der Suche nach neuen Plätzen und halte gerne besondere Momente mit der Kamera fest.

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